Nachtrag zur Fahrradtour

Eins möchte ich noch zu meinem vorgestrigen Beitrag über die Fahrradtour meiner Frau – zusammen mit ihrer Mutter und dem Knutschpapagei – nachtragen: Gestern abend sind meine Frau und die beiden Knutschpapageien endlich zurückgekehrt! Meine Schwiegermutter war schon vorher zu sich nach Hause gefahren. Ich hatte leider am letzten Tag vergebens auf einen Liebesgruß meiner Frau warten müssen. Nicht dass sie keinen gesendet hätte, nein, das hatte sie durchaus vorgehabt. Nur wollte der Knutschpapagei einfach nicht von der Lenkstange runter. Er freute sich jedoch sehr, seine Liebste wieder zu sehen: „Das war vielleicht ein Hallo“, sagte meine Frau. Er erzählte seiner Liebsten sogleich, was er alles gesehen hatte, wie man sich am besten auf die Lenkstange stellt, vor allem bei starkem Gegenwind. Er berichtete außerdem von den anderen Tieren, die sie bislang am Wegesrand gesehen hätten: kleine Kühe, ein kleines Pferd, Schafe und mehrere Pfaue. Aber zu mir wollte er partout noch nicht fliegen, dazu fand er es zu schön an der Havel. Wir könnten ja mal kurzzeitig mehr mit dem Handy telefonieren, schlug er meiner Frau vor. Die Liebste hat sich für den Rest der Fahrradtour wie der Knutschpapagei auf den Lenker meiner Süßen gesetzt; sie hatte schließlich ihren Auftrag erfüllt. Auf diese Weise hatten sie noch zu viert ihren Spaß.

Umso froher war ich, als sie schließlich gestern Abend bei mir ankamen. Eine große Begrüßung war das. Umarmungen, Küsse, dann erzählten alle drei von ihren Erlebnissen und fielen sich dabei gegenseitig ins Wort. Aber ich habe dennoch einen ungefähren Eindruck von der schönen Reise erhalten können. Nach einer Stunde wurde es dann merklich stiller. Reisen macht müde, auch wenn man überwiegend auf einer Stange sitzt. Der Wind, die Sonne und die frische Luft auf dem Lande hatte die beiden Papageien merklich erschöpft. So fielen sie schon bald in einen Schlieftaf. Was ein Schlieftaf ist? Die Liebste des Knutschpapagei liebt es, Anfangsbuchstaben von Wortsilben auszutauschen. So wird aus dem Tiefschlaf der Schlieftaf.

Der Knutschpapagei auf Fahrradtour

Diesmal werde ich einmal kein neues Gedicht vorstellen. Stattdessen möchte ich eine neue Geschichte vom Knutschpapageien und seiner Liebsten erzählen, von dem ich ja bereits ausführlich in einem Gedicht auf dieser Seite berichte habe.

Meine Frau und ich leben seitdem tagtäglich mit unseren beiden Knutschpapageien. Das ist ganz praktisch, da wir tagsüber an unterschiedlichen Orten arbeiten und uns so gegenseitig die beiden hin und her schicken können, jeweils mit den liebsten Küssen für den Anderen.

Derzeit ist meine Frau nicht an der Arbeit, sondern zusammen mit ihrer Mutter vom Norden Brandenburgs aus an der Havel flussaufwärts auf Fahrrädern unterwegs. Sie hat den Knutschpapagei mitgenommen und ich habe dafür die Liebste hier behalten. So ist keiner von uns beiden alleine. Meine Frau erzählte mir schließlich abends per Handy, wie der Knutschpapagei am Tag während der Fahrt auf dem Lenker gesessen und genüsslich seinen Schnabel in den Fahrtwind gehalten hatte. Die Augen waren dabei ein wenig zusammengekniffen, während die Flügel aerodynamisch an den Körper angelegt waren. Und ab und zu blickte er gönnerhaft in die vorbei rauschende Landschaft rechts und links.

So ist er: wenn er nicht unbedingt fliegen muss, nimmt er gerne auch andere Fahrgelegenheiten mit! Ich habe mir sofort vorgestellt, wie das ausgesehen haben muss, und ein Bild davon gemalt, das ich hier zeigen möchte.

Der Knutschpapagei sitzt auf einem Fahrradlenker

Des Knutschpapageien Liebste saß während des Malens auf meiner Schulter – was keineswegs eine leichte Übung für mich war – und schaute mir dabei neugierig zu. Sie wurde zunehmend unruhiger je mehr ihr Liebster auf dem Bild zu erkennen war. Als es endlich fertig war, flog sie aufgeregt von meiner Schulter runter auf den Maltisch, tapste durch die Farben und schließlich über das Bild. Das ging so schnell, dass ich dieses Malheur leider nicht mehr verhindern konnte. Das Ergebnis könnt Ihr jetzt am unteren rechten Bildrand erkennen. Toll, da müht man sich ab und dann passiert so etwas!

Aber was soll’s, wahrscheinlich wollte die Liebste einfach nur mit auf das Bild kommen. Und das ist sie nun! Sie wird auch ihren Liebsten schlicht vermissen. Es wird Zeit, dass ich meiner Frau neue Liebesgrüße sende. Komm mein süßer Papagei, nimm diesen Kuss und überbringe Ihn meiner Liebsten. Ich denke, der Knutschpapagei wird dann auch später hier auftauchen. Ich freue mich schon!